Beat Brechbühl
gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Kinderbuch-Autoren
der Schweiz. Der Zytglogge-Verlag legt nun die Trilogie von Schnüff
dem Lausbuben neu auf. Schnüff ist ein 10jähriger Junge,
der in dem Dorf Ottingen aufwächst und es tüchtig brausen
lässt. Alle Geschichten um Schnüff spielen in den frühen
50er Jahren des letzten Jahrhunderts und eröffnen dem Leser eine
Kinderwelt die es heute so leider nicht mehr gibt.
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Wo
gibt es z. B. noch die netten Bahnhofsvorsteher, die in ihrer Schublade
immer ein paar Abziehbildchen für die Kinder der Fahrgäste liegen
haben? Und wo sind die Kinder, die sich über so ein kleines Geschenk
auch noch freuen würden? Für uns Erwachsene ist die Lektüre eine
Zeitreise mit Träne im Knopfloch. Die Kinder von heute hingegen
werden nach dem Lesen der Schnüffschen Abenteuer unangenehme Fragen
stellen. Zum Beispiel nach Karbid. Hiermit wurden damals u. a. Lampen
betrieben. Bei Berührung mit Wasser entwickelt Karbid ein Gas, welches
in einem verschlossenen Behälter explodieren kann.
Schnüff baut auf dieser Basis eine Kanone die handtellergrosse Holzstücke
verschiessen kann. Schliesslich muss die Schlacht der Dörfler- gegen
die Rotbächler-Kinder realistisch geführt werden. Politisch überhaupt
nicht korrekt und gerade deshalb mit grösstem Vergnügen zu lesen.
Würde Beat Brechbühl heute als unbekannter Autor seine drei Roman-Skripte
zur Veröffentlichung anbieten, würden sie ihm garantiert abgelehnt.
Gut, dass Schnüff schon ein Schweizer Klassiker ist.
[gn]
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