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Wohl kein anderer Regisseur durchlebte eine so
filmreife Biografie wie Roman Polanski. Obwohl in Paris geboren
zog er 1937 mit seinen Eltern ins vermeintlich judenfreundliche
Polen, entkam als kleiner Junge im Krakauer Ghetto sehr knapp
den Nazi-Greueltaten, wurde im Nachkriegs-Polen zum Kindstar,
entkam einem Serienmörder, gewann Preise mit Kurzfilmen und
seinem Spielfilmdebüt “Das
Messer im Wasser“, hatte Erfolg in Westeuropa und Hollywood,
verliebte sich während der Dreharbeiten zu “Tanz der Vampire“
in die schöne Hauptdarstellerin Sharon Tate, heiratete diese
und kurz darauf wurden sie und ihr ungeborenes Kind grausam ermordet.
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Schon um über diese Tragödie hinwegzukommen
drehte Polanski unermüdlich weiter. Er inszenierte sich selbst
als “Der Mieter“, hatte mit “Chinatown“
einen Welterfolg und ließ sich gleichzeitig mit sehr jungen
Mädchen ein. Eins davon war erst 13 Jahre alt und die US-Justiz
nahm sich der Sache an. Polanski ließ sich freiwillig im
Gefängnis untersuchen, sah sich aber dann doch gezwungen
die USA zu verlassen. Doch auch in Europa hörte er nicht
damit auf unermüdlich unverwechselbare Kinofilme wie “Die
neun Pforten“, “Oliver
Twist“ oder “Der Pianist“
zu drehen. Gleichzeitig inszenierte er aber auch Opern und eine
Musical-Fassung seines Filmerfolges “Tanz der Vampire“.
Genau wie schon bei den Büchern
zu den Filmregisseuren John Ford,
Paul Verhoeven oder Michael
Mann gelang dem Taschen Verlag wieder eine ausgewogene Mischung
aus exquisitem Bildmaterial (das teilweise aus dem Archiv des
Regisseurs stammt und auch sehr ausführlich das Frühwerk
dokumentiert) und analytisch-beschreibenden Texten, die schon
beim Lesen permanent sehnsuchtsvoll in Richtung DVD-Player blicken
lassen.
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