Vicki hat ein gutes Herz: keiner mag den Ober-Außenseiter ihrer Highschool, den in der Tat ein klein wenig seltsamen Melvin, aber sie hat immer ein gutes Wort für ihn. Vickis Sympathien für die Missverstandenen unserer Gesellschaft bekommen allerdings beim Wissenschaftsbewerb der Schule einen kleinen Dämpfer: Melvin rückt mit der Leiche eines jüngst verstorbenen Kommilitonen an, und versucht ihn mittels einer Autobatterie wieder zum Leben zu erwecken.
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Jahre
später – Vicki hat ihr Jugendtrauma gerade so halbwegs verarbeitet
- läuft ihr Melvin wieder über den Weg, der die Zwischenzeit in
einer Institution für Menschen mit besonderen Bedürfnissen verbracht
hat – oder, politisch etwas weniger korrekt ausgedrückt: in einer
Klapsmühle. Nun aber wurde er als geheilt entlassen. Wie der geneigte
Leser an dieser Stelle vielleicht schon geargwöhnt hat: Melvin hat
sich keineswegs gebessert. In Anbetracht der Tatsache, dass Vicki
der einzige Mensch in seinem Leben war, der je freundlich zu ihm
war, führt ihn sein erster Weg nach der Entlassung gleich zu ihr.
Das arme Mädchen ist nicht wirklich erfreut und befürchtet neue
entsetzliche Entwicklungen. Und da soll sie allerdings nur zu recht
behalten.
Richard Laymon ("Das Spiel",
"Die Insel")
starb 2001 im Alter von nur 54 Jahren, da half auch die Autobatterie
nichts mehr. Aber wenigstens seine Bücher feiern ihre Auferstehung
– wie das vorliegende von 1988, das meines Wissens aber zum ersten
Mal in deutscher Sprache erscheint.
Fazit: Sex, Gewalt und schierer Wahnsinn – Herz, was willst du mehr? Gruselig, spannend und voller ständiger überraschender Wendungen – Laymons Kultroman wird auch das deutsche Publikum begeistern.
Stefan
Meduna
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