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Die 1876 gegründete Metall- und Spielwarenfabrik Georg
Brandstätter kam gerade so über die Runden. Die in Zirndorf bei Fürth
beheimatete Firma profitierte Ende der Fünfziger Jahre ganz kurz vom Boom
um den Hula-Hoop-Reifen, weil es dort zuerst gelang “weiche, heiße
Plastikschläuche“ zu einem runden Reifen bzw. Hüftkreisel zu formen. Doch
dann waren bei Brandstätter Sparschweine, Sitztraktoren, Öltanks und
Wasserskis angesagt. Durch die Ölkrise stiegen in den 70er Jahren die
Kunststoffpreise und die Firma gerät erstmals in die roten Zahlen. Doch in
der Schublade des Entwicklungsleiters Hans Beck findet sich die Rettung.
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Bereits 1971 ist bei Brandstätter eine Serie von Fahrzeugen
angedacht worden, bei denen auch zugehörige Figuren beiliegen. Beck meinte damals:
“Die Figur ist wichtiger als das Fahrzeug“, doch seinem Chef leuchtete das
nicht so recht ein. Doch 1974 werden die ersten aus nur sehr geringen
Mengen vom kostbaren Kunststoff produzierten “Spielzeugfiguren mit einem
nach unten offenen Körper“ auf der Spielzeugmesse gezeigt. Playmobil wird
nach einigen Umwegen zu einem so gewaltigen Erfolg, dass die Firma
Brandstätter zunächst gar nicht mit den Lieferungen nachkommt und überall
im Lande gebrauchte Kunststoff-Spritzmaschinen kaufen muss.
In diesem reich bebilderten Buch feiert Felicitas
Bachmann die 30-jährige Erfolgsgeschichte der kleinen hohlen Männchen.
Der weltweite Erfolg dieser in immer neuen Zusammenstellungen
(etwa als Arche Noah oder sogar als Krippe), aber nie wie bei
Lego als Lizenz zu “Star Wars“ oder “Harry
Potter“, auf den Markt kommenden beweglichen Figürchen ist in
Deutschland nur noch mit den Steiff Teddybären zu vergleichen.
Dieses Buch feiert das 30-jährige “Playmobil“-Jubiläums.
Die großen Enthüllungen von Firmengeheimnissen sind zwar nicht
zu erwarten, doch ganz kurz wird immerhin auf die Konkurrenz-Produkte
von “PlayBIG“ eingegangen. Gerichtlich waren diese etwas größeren
und abgesehen davon, dass hier die Beine auch getrennt beweglich
waren, nahezu identischen Figuren, nicht zu bremsen. Der Bundesgerichtshof
sah deutliche Unterschiede und befand PlayBIG-Figuren für “selbstbewusst,
sportlich und aggressiv“, während Playmobil-Männchen “nett und
noch unsicher auf den Beinen“ wirkten. Wie man sich doch täuschen
kann, die aggressiven Sportler sind mittlerweile verschwunden
und Playmobil steht ganz bestimmt nicht auf unsicheren Beinen.
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