Als 1973 Pablo Picasso verstarb, fand zeitgleich eine große Ausstellung in Avignon statt. Gezeigt wurden Werke, die der unermüdliche Künstler in den letzten Jahren seines über 92-jährigen Lebens angefertigt hatte. Die ab 1961 entstandenen Spätwerke Picassos, der bereits in frühster Jugend ein begnadeter Maler war, sind bei vielen Kunstfreunden nicht allzu beliebt. Der Zeichenstil wirkt oft äußerst flüchtig und die dargestellten Szenen sind häufig mehr als frivol.
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Die
große Werkschau des späten Picassos, die bis Anfang 2007
in der Wiener Albertina und anschließend in Düsseldorf
gezeigt wird, bestätigt diese Vorurteile durchaus. Ob einige
der Zeichnungen sinnesfroh oder pornografisch sind liegt im Auge
des Betrachters. Manchmal erscheint es fast so als wenn auf die
Signatur (die meist das exakte Datum enthält!) mehr Zeit als
auf das eigentliche Bild verwendet wurde. Doch wer genau hinsieht
wird zweifelsohne immer wieder den begnadeten (aber eben auch hastigen)
Zeichner entdecken, der (fast im Stile eines Cartoonisten) versucht
so schnell wie möglich, aber eben auch so treffsicher wie möglich,
seine Kunst zu verrichten.
Die Ausstellung trägt daher auch den Titel “Malen gegen
die Zeit“ und der zugehörige Katalog enthält auch
noch eine reich bebilderte sehr spannende Chronologie der Jahre
1961 bis 1973, die Picasso gemeinsam mit seiner letzten Frau Jacqueline
im französischen Mougins verbrachte.
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