Die Teens Violaine, Claire, Arthur und Nicolas sind aus ganz verschiedenen Gründen in der Klapsmühle in Bestlage am Genfer See gelandet: Violaine sieht die Aura anderer Menschen, Arthur hat autistische Anfälle, Claire Gleichgewichtsstörungen und der dreizehnjährige Nicolas schließlich versteckt seine Augen stets hinter einer riesigen Sonnenbrille.
Als
ihr Vertrauensarzt von finsteren Gestalten entführt wird, bleibt
den Kids nichts anderes übrige als aus der Klinik auszubüchsen,
um ihn zu befreien. Sie geraten dabei in tödliche Gefahr, denn
ihr Gegner ist ein mit modernster Technologie ausgerüsteter
Geheimdienst. Doch in der Gefahr wachsen die vier Freunde über
sich hinaus und entdecken in sich übersinnliche Fähigkeiten,
von denen sie selbst noch nichts wussten.
Wie
könnte man diesen Roman näher definieren? "Einer flog übers
Kuckucksnest“ meets "X-Men“ trifft es wohl am
besten. Erik L’Homme schildert das Schicksal von vier Außenseitern,
in denen mehr steckt, als sie selbst ahnen. Ein Buch, das Jugendlichen,
die - aus welchen Gründen auch immer - "anders“ sind, Mut machen
soll. Ob dieses hehre Ziel in Anbetracht der völligen Überzeichnung
der Handlung auch gelingt, ist eine andere Frage. Dass L’Homme bei
aller Fantasy durchaus ernsthafte Gesellschaftskritik wie über den
Umgang mit "Problemmenschen“ (Psychopharmaka & wegsperren)
oder die schleichende Entwicklung zum "Big Brother“-System
unterbringt, sollte man nicht aus den Augen verlieren. Auf jeden
Fall darf sich der jugendliche Leser mit diesem durchwegs gelungenen
Fantasy-Thriller auf einige spannungsreiche Leseabende freuen.
Stefan
Meduna
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