Wer die
Dokumentarfilme "Bowling for Columbine" 0der "Fahrenheit
911" sieht, ist erschlagen von der Menge an Fakten, die Michael
Moore über die ängstlichen und waffenverliebten US-amerikanischen
Mitbürger liefert. Im Stile eines überlangen MTV-Clips reiht er eine
ebenso kuriose wie traurig-wahre Tatsache an die andere. Mein Gott,
ist der Mann gut! Dieser Eindruck entsteht auch beim Lesen von Moores
"Stupid White Man" und
beim Betrachten seiner TV-Serie "The
Awful Truth", in der ebenso unterhaltsam wie bissig Unarten
der US-Gesellschaft im allgemeinen und der Großkonzerne im speziellen
aufgespießt werden.
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Doch
auch Moore ist nicht als brillanter Gesellschaftskritiker auf die
Welt gekommen. Seine erst jetzt bei uns erschienenen "Querschüsse"
stammen von 1996. Das Buch leidet nicht nur darunter etwas unaktuell
zu sein, etwa wenn Präsident Clinton lächerlich gemacht wird. Vielmehr
wirken manche der hier scheinbar willkürlich zusammengestellten
Kapitel in ihrem Versuch Lacher zu erzeugen etwas peinlich. Etwa
wenn Michael Moore nach der Revolution in den USA Schauprozesse
abhalten will, gegen die Macher der TV-Sendung "Saturday Night
Live" oder gegen "den Typen, der für das kleine silberne
Band verantwortlich ist, das man nicht von der CD-Hülle abkriegt".
In die selbe Preisklasse gehören auch die Vermutung, dass Steve
Forbes ein Außerirdischer war, der Aufruf "Rodney-King-Gedächtnis-Unruhen"
zu veranstalten und der Vorschlag Präsidentschaftswahlen durch "Rennen
mit Monster-Trucks" zu ersetzen. Natürlich enthält das Buch
auch eine ganze Menge wirklich scharfsinnige Beobachtungen, diese
drohen jedoch ein wenig im allgemeinen Klamauk unterzugehen.
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