Haben
wir es nicht schon immer gewusst, dass die Mehrheit der angebotenen
Psychotherapien nur Humbug sind? Ausgedacht von Quacksalbern, deren
einziges Bestreben nicht die Heilung von Patienten, sondern eher die
massive Geldeinnahme ist? Sehen wir es nicht täglich in der Glotze,
dass psychopathische Killer nach einer Therapie als geheilt entlassen
werden, nur um sofort wieder zu morden? "Genau so isses! Deshalb
werde ich auch nie zu so ´nem Püscho-Heini gehen! Was will der Arsch
mir schon erzählen?!", höre ich meinen Nachbarn in der Stehkneipe
an der Ecke sagen, und danach seine zehnte halbe Bier bestellen. Mein
Nachbar ist Alkoholiker.
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Keine
Frage, Rolf Degen, seines Zeichens Wissenschaftsjournalist und anerkannter
Hirnforscher, hat interessantes Material in seinem Lexikon versammelt.
Gibt ja auch einiges auszusetzen an seiner Zunft. Da werden munter
Untersuchungsergebnisse ver- oder komplett gefälscht, nur um in
die Geschichte der Psychoanalyse einzugehen. Da werden extrem teure
Meditationskurse mit allerlei mystischem Brimborium an den Psycho-Junkie
gebracht, obwohl es eigentlich ein tägliches Nickerchen zur Entspannung
auch tun würde. Vorgeworfen werden muss Rolf Degen allerdings, dass
sein Lexikon genau das Wasser auf den Mühlen derer ist, die es schon
immer gewusst haben. Wie etwa mein Nachbar der Alkoholiker.
Sind Psychopharmaka und geschlossene Abteilungen von Nervenkliniken
wirklich die einzigen Lösungen? Weil der Mensch sich nicht therapieren,
erziehen und beeinflussen lässt? Täglich 30 Tropfen Haloperidol,
und du fühlst dich wohl? Das kann es ja wohl nicht sein. Rolf Degens
Lexikon wirft Fragen auf, die uns alle noch viele Jahrzehnte beschäftigen
werden.
G. N.
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