Als feststand,
dass Graz 2003 zur Kulturhauptstadt Europas werden sollte, bemühte
sich die Neue Galerie darum , dass die hierzu stattfindenden Ausstellungen
"nicht am Mainstream der Freizeitindustrie geeicht sind"
und dabei "eine Schönwetteratmosphäre verbreiten, die für Touristen
attraktiv ist". Am Anfang war ein Wortspiel: MARS ist das lateinische
Wort für Krieg und ARS bedeutet Kunst.
Daher
wurde unter dem Oberbegriff "M_ARS" mit rund 120 zeitgenössischen
Exponaten versucht die Wechselwirkung von Kunst und Krieg darzustellen.
Dabei sollte auch untersucht werden, ob die Kunst "nicht nur
pazifistische sondern auch militärische Intentionen" hat. Ausgespart
blieben dabei wehrkraftfördernde Objekte wie Rekrutierungsplakate.
Doch nicht frei von ähnlichen Tendenzen sind Vanessa Beecrofts Gruppenfotos
von Soldaten.
Wirklich
gelungen sind die digitalen Fotobearbeitungen von Jiri David, der
Politikern völlig entfremdete indem er ihnen tränende und verweinte
Augen verpasste. Eher dekorativ hingegen ist Veronika Dreiers 14,8
m2 großer grüner "Teppich", der aus einer Unmenge von
2 cm großen Plastiksoldaten besteht. Beim menschlich anrührenden
Briefwechsel hingegen, den Parastou Forouhar, deren Eltern im Iran
ermordet wurden, mit dem Deutschen Auswärtigen Amt führte, stellt
sich hingegen die Frage was dies mit "Kunst" zu tun hat.
Insgesamt ist der ebenso reich mit Bildern wie mit Texten ausgestattete
Katalog zur Ausstellung somit eine lebendige und spannende Auseinandersetzung
mit einem wohl leider immer aktuellen Thema.
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