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Otto König lebt in einfachsten Verhältnissen in einer gemieteten Dachkammer. Seit 11 Jahren hat er sie kaum verlassen und beschreibt Seite um Seite Papier mit… ja, womit eigentlich? Zwar schreibt Otto König Tag und Nacht und scheint demnach Dichter zu sein, doch noch nie hat er etwas veröffentlicht. Eines Tages erhascht die neugierige Vermieterin einen Blick auf den Titel seiner Schriften – “Wenn ich König wäre“. Lebt Otto König ganz und gar in einer Phantasiewelt, in der er ein tatsächlicher König ist? Die ganze Nachbarschaft verlacht den scheinbar verrückten Sonderling, der fest an die Verwirklichung seiner Träume glaubt. Doch das Wunder geschieht.
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Durch eine schier wahnwitzige Verkettung von Zufällen wird Otto König
Alleinerbe eines exzentrischen amerikanischen Milliardärs. Da
nur arme Menschen verrückt sind, Milliardäre aber lediglich ein
wenig exzentrisch, hat Otto König plötzlich zum ersten Mal in
seinem Leben auffallend viele Freunde und Sympathisanten, und
die internationale Presse ist begeistert über die Sensationsstory
des wahrgewordenen Märchens.
Otto König aber strebt nach wie vor nach der Verwirklichung seines
eigenen Königreichs, der durch das Milliardenvermögen nun in greifbare
Nähe gerückt ist. Nicht ein Landbesitz, nicht eine Insel soll
sein Königreich sein, sondern ein gigantisches Schiff, ausgestattet
mit allen möglichen technischen Wundern. Und so geschieht es.
Die “Utopia“, das größte je von Menschenhand erbaute Schiff sticht
von London aus in See. An Bord des schwimmenden Königreichs sein
König namens König und eine Vielzahl an Erfindern, die der “Utopia“
ungeahnte Möglichkeiten erschließen sollen. Doch die “Utopia“
taucht in keinem Hafen mehr auf, sie scheint spurlos verschwunden
zu sein.
Ist die “Utopia“ mitsamt den hochfliegenden Plänen ihres Besitzers
im Meer versunken?
Ein Ruderboot mit Schiffbrüchigen einer feinen englischen
Jacht treibt hilflos seit Tagen im Meer, die 13 Überlebenden Ladies
und Lords glauben schon an ihr Ende, da sichten sie im Nebel die
verschollen geglaubte “Utopia“. Gastfreundlich werden die Schiffbrüchigen
an Bord der “Utopia“ empfangen und verpflegt, doch der der stählerne
Moloch des Schiffes und das seltsame Verhalten der Mannschaft
strahlen etwas unheimliches aus. Sind die Herrschaften gar Gefangene
in Königs Königreich?
Ihre Befürchtungen werden rasch zerstreut, und sie werden
Zeugen von unglaublichen technischen Wundern: mittlerweile wurde
die “Utopia“ zum Luftschiff umgebaut, und die staunenden unfreiwilligen
Passagiere werden Zeuge, wie das Schiff in wenigen Stunden von
den Küsten Afrikas nach China und bald direkt weiter nach Grönland
fliegt. Otto Königs Traum eines utopischen Königreichs der Wunder
scheint Wirklichkeit geworden zu sein. Aber irgendetwas erscheint
seltsam… sollte alles am Ende gar nur ein gigantischer Schwindel
sein?
Diese lange Zeit vergessene Perle der deutschen Literatur
erschien erstmals 1909 im H.G. Münchmeyer-Verlag, der heute
vor allem durch die Veröffentlichung der Erzählungen
Karl Mays in Erinnerung ist. Ihr Autor Robert Kraft (1869-1916)
war ein früher Vertreter der utopisch-phantastischen Literatur
und ist wie sein Werk heutzutage leider nur mehr wenigen Kennern
und Sammlern ein Begriff. Umso höher ist es dem Karl-May-Verlag
anzurechnen, dass einige der besten Werke Krafts in der “Edition
Ustad“ in einer preisgünstigen bibliophilen Ausgabe auch
einem breiteren Publikum wieder nahe gebracht werden können.
Im Kleinstverlag “Edition Braatz und Mayrhofer“ erscheinen in
winzigster Auflage neben Biblio- und Biographie Krafts auch wunderschön
gestaltete Bücher mit seinen wichtigsten Werken.
So bleibt zu hoffen, dass der großartige Unterhaltungsschriftsteller
Robert Kraft endlich auch in heutigen Tagen wieder die literarische
Beachtung findet, die ihm zusteht.
Stefan Meduna
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