In diesem
sinnigerweise in rot-weiß-rot gehaltenen Bändchen befinden sich
21 Geschichten des Altmeisters der satirischen Kurzgeschichte. Hier
kann man mit einem Kauf nicht viel falsch machen, sollte man meinen.
Aber…
“Eigentlich
wollte Kishon keine Bücher mehr schreiben. (…)…so konnte er vom
Schreiben nicht lassen und kurz vor seinem Tod kam die Druckfreigabe
für sein wirklich letztes Buch: „Kishon für Österreicher – und alle
die es gerne wären“.“
Die
irreführende Verlagswerbung ist wirklich ein Ärgernis,
denn der Band enthält nicht nur kaum Erzählungen mit Österreich-Bezug,
sondern auch ausschließlich zumindest 35 Jahre alte Texte,
die schon mehrfach für derlei Anthologien recycelt wurden.
Da diese Vorgangsweise leider seit nahezu vierzig Jahren Tradition
hat (so enthielten bereits in den 60er Jahren viele von Kishons
“neuesten“ Satirebänden etliche Selbstplagiate)
ist das kaum mehr eine Überraschung, leider hat man die Texte
und die legendären Übersetzungen von Friedrich Torberg
stark überarbeitet, Einleitungen und (zum Zeitpunkt des Entstehens
der Satiren brandaktuelle) politische Anspielungen wie z.B. auf
den Sechs-Tage-Krieg 1967 ersatzlos gestrichen.
Das angesprochene Naheverhältnis des Autors zu Österreich hielt sich die längste Zeit in enge Grenzen (auf die entsprechende Frage erwiderte Kishon einst, er könne sich nicht vorstellen, in Österreich zu leben, da dies das Land sei, aus dem die Henker kamen), wenige Jahre vor seinem Tod hatte er es sich allerdings anders überlegt und sogar kurz nach dem Ableben der “besten Ehefrau von allen“ eine junge Österreicherin geheiratet. Das (durchaus nachvollziehbare) zwiespältige Verhältnis Kishons zu Österreich bleibt hier allerdings unerwähnt.
Fazit:
Begeisterten Kishon-Fans, die schon einige der längst zu Klassikern
gewordenen Satirebände in ihren Regalen stehen haben, werden von
dieser Neuerscheinung ernüchtert sein – der Band enthält wie gehabt
schlicht keinen einzigen neuen Text. Aber auch Neuleser bekommen
nur einen stark eingeschränkten Lesegenuss – durch die starke Neubearbeitung
und Kürzung der Satiren ist viel von dem unnachahmlichen Stil Kishons
und Torbergs (ein Österreicher!) verloren gegangen.
Stefan
Meduna
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