Klaus
Kinski verstarb am 23. November 1991 (in der selben Woche wie Freddy
Mercury) vereinsamt in der Nähe von San Francisco. Acht Jahre später
fuhr der Berliner Dokumentarfilmer Peter Geyer aufgekratzt nach München
und beteiligte sich zum ersten Mal in seinem Leben an einer Auktion.
Er interessierte sich für das "Konvolut Nr. 192". Hierfür
lag das Mindestgebot bei 2000 Mark.
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Da
es nur einen weiteren Bieter gab, erhielt Beyer für 3500 Mark einen
Pappkarton mit Manuskripten und Gedichten aus dem Besitz einer Jugendfreundin
von Klaus Kinski. Die Gedichte tippte er in seinen Computer und
hatte Schwierigkeiten angesichts "der Wucht und Wut in den
Zeilen" einen klaren Kopf zu behalten. Anschließend klärte
er die Rechtsfragen und veröffentlichte die Verse unter dem Titel
"Fieber - Tagebuch eines Aussätzigen".
Für das Vorwort konnte Thomas Harlan gewonnen werden. Der Sohn des
Nazi-Filmers Veit Harlan (und Schwager von Stanley Kubrick) lebte
in den fünfziger Jahren zusammen mit Kinski in Paris und war quasi
dabei als die Gedichte entstanden. Harlans wirre Einleitung steht
der vielschichtigen Lyrik von Kinski kaum nach. Wer mit den Worten
in diesem Buch weniger anfangen kann, wird durch etliche gut ausgewählte
Porträts Kinski einigermaßen entschädigt.
Durch
die Arbeit an diesem Buch kam Geyer in Kontakt mit Kinskis dritter
Ehefrau und erhielt von ihr einige 16mm-Filmrollen. Daraus rekonstruierte
Geyer den legendären “Jesus
Christus Erlöser“-Auftritt bei dem Kinski am 20.
November 1971 in der Berliner Deutschlandhalle einen Teil der 3.000
bis 5.000 Zuschauer gegen sich aufbrachte
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