Journalist/in! Traumberuf zahlloser junger Menschen, wie nicht zuletzt die in aller Regel völlig überlaufenen Publizistikinstitute unserer Universitäten belegen. Aber muss es denn unbedingt Publizistik sein, oder gibt es auch andere Wege zum ersehnten Traumjob? Und ist der angebliche Traumjob wirklich so erstrebenswert? Vergleichsweise wenigen wirklich bekannten und erfolgreichen Journalisten stehen Heerscharen an “Freien“ gegenüber, wobei “frei“ allzu oft nur ein kläglicher Euphemismus für “mehr oder weniger arbeitslos“ ist.
Henritte
Löwisch ist als leitende Redakteurin bei der Agence France Press
und ehemalige NATO-Korrespondentin ein "Alter Hase“ im Journalistengeschäft.
Mit "Journalismus für Dummies“ bietet sie im Rahmen
der populären "Dummies“-Sachbuchreihe potentiellen Einsteigern
einen schönen Überblick über das Nachrichten- und Feuilleton(un-)
wesen von der Pressekonferenz bis zum Kolumnistenblog.
Die
legendäre "Für Dummies“-Reihe nahm 1991 in den USA
mit "DOS for Dummies“ ihren Anfang. Das Konzept war
ebenso einfach wie genial: grundlegende Informationen zum jeweiligen
Thema aufs Nötigste reduziert und auch für Anfänger verständlich
aufbereitet. Der Großteil der Titel behandelt Software-Themen, doch
mittlerweile sind von Sprachkursen bis hin zu "Schlaganfall
für Dummies“ (?!) viele Themenbereiche abgedeckt. Jedem Kapitel
aller Bände ist ein Cartoon von Rich Tennant vorangestellt, der
das Thema mit sehr schwarzem Humor aufs Korn nimmt, so natürlich
auch im vorliegenden Titel. Neben einer sachkundigen Einführung
in die oft trockene Materie ist somit immer auch für amüsante Auflockerung
gesorgt.
Fazit:
Für jugendliche Interessierte bietet "Journalismus für
Dummies“ einen schönen Überblick über Ausbildungswege und Know-How,
aber auch einschlägig erfahrene Leser werden ihre Freude am Schmökern
haben, denn unterhaltsam geschrieben ist es allemal. Allerdings:
für den doch relativ hohen Preis werden viele Themenbereiche nur
recht oberflächlich angeschnitten. Auch Dummies stellen zuweilen
höhere Ansprüche. Zur vertiefenden Lektüre wären "Einführung
in den praktischen Journalismus“ (Econ Verlag, Standardwerk
von Walter la Roche!) und "Das neue Handbuch des Journalismus“
(Rowohlt) unbedingt zu empfehlen.
Stefan
Meduna
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