Die Farbe des Umschlages dieses Buches ist erst auf den zweiten Blick als ein ziemlich blasses Grün zu erkennen und das ganz sicher nicht ohne Grund. Michael Schwelien, der zur selben Generation wie Joschka Fischer gehört und diesen während seiner Frankfurter Sponti-Zeiten auch einige Male persönlich traf, schildert Fischer als einen Menschen der noch nie viel mit Pazifismus oder Umweltschutz im Sinne hatte. Der junge Fischer erwog sogar kurz in die Junge Union einzutreten, fand dann jedoch Gefallen an großen Reden vor möglichst eben so großen Menschenmengen und die gab es seinerzeit eher bei den Linken.
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Schweliens
Biographie beginnt mit einem umfangreichen Exkurs über die Kosovo-Politik.
Hier wird aufgezeigt, dass Fischer, entgegen seinen Behauptungen,
längst nicht alles unternommen hat um die Bombenangriffe der Nato
zu verhindern. Die sehr lebendig geschriebenen Passagen aus Fischers
(und seiner eigenen) Vergangenheit lässt Schwelien dabei leider
immer nur häppchenweise einfließen.
Er widmet sich statt dessen kapitelweise Schwerpunktthemen wie "Fischer
und die Journalisten" (kein zweiter Politiker in Deutschland
verstand das Spiel mit der Presse so gut wie Fischer) oder "Fischer
und die Frauen" (Fischer war viermal verheiratet). Schwelien
geht insgesamt verhalten kritisch mit dem Außenminister um. Am Ende
des Buches (das jetzt für die Taschenbuchausgabe um ein Nachwort
ergänzt wurde) gibt Schwelien diese Distanz jedoch ganz auf und
feiert Fischer, indem er auf 30 Seiten die "wichtigsten Reden"
und die "witzigsten Zwischenrufe" abdruckt.
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