Zwar bewegt
er sich auch im Horror-Genre, doch im Gegensatz zu den fast immer
sehr gradlinig aufgebauten Büchern seines Vaters Stephen King (Ausnahmen
wie “Es“ bestätigen die Regel) arbeitet Joe Hill mit einer
raffinierter ausgeklügelten Erzählstruktur, die geschickt Neugierde
aufbaut und diese dann mit pointierten meist wirklich überraschenden
Enthüllungen befriedigt. Dies gilt für seinen ersten Roman “Blind“,
für die sehr empfehlenswerte Comicserie "Locke
& Key"
und erst recht für dieses Buch.
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Die
Grundidee ist eher blödsinnig. Dem aus einer wohlhabenden Künstlerfamilie
stammenden Ig Perrish wachsen urplötzlich zwei Hörner
aus dem Kopf. Er ist dadurch in der Lage die Menschen dazu zu bringen
in seiner Gegenwart die Wahrheit zu sagen, was diese so beschäftigt,
dass sie nicht dazu kommen die Hörner zu bemerken. Ein Jahr
zuvor wurde Igs Freundin Merrin bestialisch ermordet und fast jeder
– einschließlich seiner Eltern - glaubt, dass er - obwohl
er freigesprochen wurde - der Täter wäre. Ausgerechnet
bei Merrins tatsächlichem Mörder funktioniert Igs Trick
mit den Hörnern jedoch nicht...
Hill baut am Anfang des Romanes absolute Hochspannung auf und lässt
sich dann sehr viel Zeit damit ausgiebig (und anrührend kitschig)
zu erzählen, wie Ig einst seine heiß geliebte Merrin
eroberte. Dabei schreibt er unglaublich mitreißend, schildert
die Love Story ebenso spannend wie die gelegentlich recht drastischen
Schockmomente, macht sich zudem durch die Sache mit den Zwangsbeichten
auch noch über die Doppelmoral der US-Gesellschaft lustig und
hat auch zum Thema Religion allerlei zu sagen. Auf viel mehr Ebenen
kann ein Buch gar nicht funktionieren!
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