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Die 37jährige Tsukiko genehmigt sich wie so oft in der kleinen Bahnhofskneipe
ein Bierchen, als sie dort unvermutet ihren alten Japanischlehrer
Matsumoto wiedertrifft. Fortan nennt sie ihn "Sensei“, weniger
aus Respekt denn aus der Tatsache resultierend, dass sie seinen
Namen vergessen hat. Zwischen den beiden verschrobenen Außenseitern
entwickelt sich über die Jahre eine tiefe Freundschaft. Oder ist
es trotz des gewaltigen Altersunterschiedes doch mehr, was die
einsamen Menschen verbindet?
Hiromi
Kawakami (*1958) ist eine der bedeutendsten japanischen Autorinnen
der Gegenwart und hat mittlerweile alle wichtigen Literaturpreise
ihrer Heimat der Reihe nach abgeräumt. Warum, wird einem spätestens
nach der Lektüre dieses kleinen, feinen Meisterwerks klar. Wie
allerdings aus dem Originaltitel "Die Tasche meines Lehrers“
die deutsche Titelversion "Der Himmel ist blau, die Erde
ist weiß“ wurde, bleibt wohl auf ewig ein Geheimnis.
Fazit: Diese zarte Annäherung zweier Stadtneurotiker
ist zweifellos eine der schönsten, aber auch traurigsten Liebesgeschichten
der zeitgenössischen Literatur. Den Zauber, der von dieser meisterhaften
Erzählung über Tsukiko und ihren Sensei ausgeht, in Worte zu fassen,
ist ein Ding der Unmöglichkeit – das muss man ganz einfach selbst
gelesen haben. Die Story wurde 2003 auch verfilmt, 2009 folgte
eine Comic-Adaption von Jiro Taniguchi in zwei Bänden.
Stefan Meduna
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