Viele
Menschen werden Harry Rowohlt in erster Linie als Berberdarsteller
aus der “Lindenstraße“
kennen. Doch er gilt als einer der besten Übersetzer, was sicher
auch daran liegt, dass er nicht alle Jobs annimmt.
Von
der Frankfurter Buchmesse nimmt Rowohlt sich drei Aufträge
mit “und die reichen für ein Jahr.“ An Comics von
Robert Crumb oder irischen Stoffen
wie “Die Asche meiner Mutter“
hat Rowohlt sein ganz persönliches Vergnügen und das ist
den Früchten seiner Arbeit auch anzumerken.
Ein
ganz spezielles Verhältnis hat Harry Rowohlt zu den auch von
ihm übersetzten Geschichten von A. A. Milnes über den
Bären Pu bzw. Winnie Puuh (die daraus entstandenen Disney-Filme
verabscheut er jedoch vom ganzen Herzen). Daher nennt sich seine
Kolumne in der “Zeit“ auch “Pooh´s Corner“.
Rowohlt hat der Menschheit einige Weisheiten
zu vermitteln, wie etwa: “Mäßig genossen schadet
Alkohol auch in großen Mengen nicht.“ Außerdem
gibt Rowohlt mit großem Erfolg Lesungen: “Seitdem ich
über die Käffer tingle und Schausaufen mit Betonung mache,
also praktisch fürs Saufen bezahlt werde, trinke ich privat
kaum noch was, weil ich dann den Eindruck habe, ich arbeite schwarz
an der Steuer vorbei.“
Am 27. März 2005 wird
Harry Rowohlt 60 und hierzu erscheint bei Zweitausendeins erstmals
eine Komplettausgabe von “Pooh´s Corner“. Ergänzt
wurden die Kolumnen noch um Filmkritiken, sehr launige Interviews,
Fragebögen und eine hübsche Überraschungsbeilage.
Dieses Buch belegt eine von Rowohlts Erkenntnissen, denn es “sagt
mehr als 1000 Worte“.
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Ein
großes Problem ist jedoch die Tatsache, dass Harry Rowohlt seit
1997 keine Zeit mehr für “Zeit“-Kolumnen hat. Schon aus diesem Grund
belud Anna Mikula einige “Schlemmermarkt“-Einkaufswagen mit jenen
Leitz-Ordnern in denen sich Rowohlts Korrespondenz befindet. Mikula
hat die schönsten Beispiele Rowohltscher Briefschreibkunst ausgewählt
und diese chronologisch geordnet zum Buch “Der Kampf geht weiter!“
zusammengefasst.
Auch
hier finden sich lesenswerte Stilblüten. Da schreibt z. B. eine
Leserin eine als Schmeichelei getarnte Briefbitte unter dem Motto:
“So würde auch ich meine Freude über ihre Geschichte nicht schriftlich
formulieren, wenn ich nicht eine Bitte hätte.“ Dies lässt Rowohlt
nicht einfach so stehen, sondern hält entschieden dagegen: “Doch!
Man kann sich bedanken, ohne eine Bitte an den Dank zu knüpfen.
Doch. Das gibt es.“
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Doch Rowohlt geht auch ganz ohne Rowohlt. Bei “Kein & Aber“ erscheint neben “Der Kampf geht weiter“ unter dem Titel “Der Große Bär und seine Gestirne“ ein bisher “geheim gehaltenes einmaliges Geburtstagsbuch“ mit Beiträgen von so unterschiedlichen Autoren wie Manfred Bissinger, Roger Boylan, Wiglaf Droste, Hans W. Geißendörfer, Robert Gernhardt, Frank McCourt, Gerhard Polt, Bill Ramsey oder Kurt Vonnegut. Neben einem Harry Rowohlt -Lesezeichen ist auch noch ein 16-seitiger Farbteil enthalten mit Zeichnungen von Robert Crumb, Eugen Egner, Rudi Hurzlmeier, Bernd Pfarr und Hans Traxler.
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