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“Findest du es nicht das Letzte, das Papi behauptet, wir wären
eingebildet? Es ist nun mal Tatsache, dass wir beide sehr intelligent
sind und noch dazu gut aussehen.“
(Hanni)
Die quirligen Zwillingsschwestern Hanni und Nanni Sullivan werden
gegen ihren sehr entschieden vorgetragenen Willen in das Internat
Lindenhof gesteckt. Hanni und Nanni sind ob dieser elterlichen
Willkür zutiefst entrüstet. Schnell ist der Beschluss
gefasst, sich in der neuen Schule so unmöglich aufzuführen
wie’s nur irgendwie geht. Dass sich die Zwillinge mit dieser Art
in Lindenhof bei ihren Schulkollegen alles andere als Freunde
machen, ist klar. Hanni und Nanni werden zu krassen Außenseitern.
So nach und nach stellen die beiden fest, dass ihre Kameradinnen
doch nicht so übel sind, wie sie einst dachten, und mit der
Zeit entstehen neue Freundschaften. Sollte Lindenhof gar nicht
so schrecklich sein, wie Hanni und Nanni dachten? Nur der Französischunterricht
der gestrengen “Mamsell Fürchterlich“ ist doch sehr entbehrlich.
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Nach einem langen und über weite Strecken durch viele Streiche
ein doch sehr lustigem Schuljahr nahen nun die Ferien, und mit
ihnen auch das Schulabschluss-Theaterstück.
Alle freuen sich auf ihre Rollen, nur die schüchterne Suse
hat keine abbekommen: Hanni, Nanni und ihre neue Freundin Jenny
setzen sich dafür ein, dass Suse als Souffleuse unterkommt.
Dann geschieht es: Vera bricht sich bei einem Tennisspiel den
Arm und Suse darf Veras Hauptrolle übernehmen. So kommt es
zu einem Happy End, ob Vera das auch so sieht, erfährt der
geneigte Leser allerdings nie.
1941 schuf Enid Blyton (1897-1968) die “St. Clare’s“-Serie um die
Zwillinge Pat und Isabel O’Sullivan, die im Original sechs Bände
umfasste. Seit den 60er Jahren fiebern auch deutschsprachige Leserinnen
bei den Abenteuern der Zwillinge mit. In der deutschen Ausgabe
wurden fast alle Namen stark eingedeutscht, von den Heldinnen
über das Internat bis hin zu Ortsnamen, der Schauplatz England
blieb allerdings unverändert. So tragen die englischen Mädchen
Vornamen wie Suse, Franzi, Vera oder Hilde, das Internat St. Clare’s
wurde zu Lindenhof. Diese seltsame Vorgangsweise war bei uns in
den 50er und 60er Jahren die Regel (z.B. bei Helen Dores Buchreihe
um Sue Barton, die bei uns zu Susanne Barden wurde), dem bahnbrechenden
Erfolg von Hanni und Nanni als Buch und Hörspiel tat das
allerdings keinen Abbruch. So wurde die sechsbändige Originalreihe
bei uns sogar auf 22 Bände erweitert.
Fazit: Seit 64 Jahren sind Hanni und Nanni nun schon im Internat
Lindenhof, und ein Ende ihrer lustigen Streiche ist nicht abzusehen.
Da mögen manche über die Seichtheit oder Antiquiertheit
der Romane maulen, den Fans ist das egal. Hanni und Nanni sind
längst Kult geworden und aus der Mädchenliteratur nicht
mehr wegzudenken. So werden wohl auch unsere Töchter noch
die Abenteuer der beiden verfolgen können, und das ist gut
so.
Stefan Meduna
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