“Mir
bleibt auch nichts erspart!“ (Kaiser Franz Joseph I.)
“Na, mir vielleicht?“ (Stefan M., blaublutloser Rezensent und glückseliger
Bewohner der Kaiserstadt)
Nach
dem vergnüglichen "Wiener
Sammelsurium“ aus der Feder von Harald Havas schiebt der
Autor für unverbesserliche Austrophile, Ernst-Marischka-Fans
und sonstige Monarchienostalgiker sowie für monarchiezersetzende
Anarchisten nun das „Habsburger Sammelsurium“ nach.
Über
viele Jahrhunderte waren die Habsburger das mächtigste Fürstenhaus
in Europa, kein Wunder, dass in all der Zeit genug Material für
eine solche Fakten- und Anekdotensammlung zusammenkam. Homoerotische
Schlafgemachgeheimnisse dürfen ebenso wenig fehlen wie der
Einkaufszettel für die Speisekarte des einstmals nicht immer
gütig herrschenden Hochadels.
Und
so haben wir es mit einer riesigen Fülle an wissenswertem und
weniger wissenswertem zu tun. Auf die Frage nach der Bedeutung des
legendären “AEIOU“ gibt es zwar nach wie vor keine
endgültige Antwort, aber wir können immerhin schon aus
einer hübschen Anzahl an möglichen Interpretationen auswählen
– die dieses Sammelsurium natürlich alle penibel auflistet.
Selbst
mit einer Komplettliste aller verblichenen und noch lebenden Habsburger
wartet dieses Bändchen auf.
They
never come back? Der bahnbrechende Erfolg des Musicals „Elisabeth“
in aller Welt zeigt, dass die k.u.k.-Zeit immer noch “in“
ist – auch wenn die ungebrochene Beliebtheit der Kaiserin
Elisabeth eher auf das rührende Bild von Romy
Schneider in der “Sissi“-Trilogie zurückzuführen
sein dürfte als auf die historische Elisabeth, die eine wirklich
sagenhaft dumme Kuh gewesen sein muss. Aber wie meistens im Leben
ist der Mythos interessanter als die nüchterne Wahrheit.
Und so erfreut sich “Sissi“ heutzutage nicht nur als Musical, sondern auch als Trickfilmserie und Manga höchster Popularität. Die nähere Verwandtschaft kommt mit der Neuverfilmung des Dramas um Kronprinz Rudolf auch nicht zu kurz. Selbst die Werbung schreckt nicht vor “Sissi und Franzl“-Werbespots zurück. So kann man’s mit der Monarchie halten wie man will: vor dem mitunter leicht oder auch stärker degenerierten Adel gibt es einfach kein Entkommen.
Fazit:
Fast schon ein kleines Habsburger-Lexikon mit hohem Informationsgehalt
ist dieses Sammelsurium. So ist es nicht nur vergnügliche Unterhaltung,
sondern auch als Mini-Nachschlagewerk höchst interessant. Eine
für Jung und Alt eine höchst heitere und informative Bereicherung
des Bücherschranks.
Wir freuen uns schon auf die nächsten Sammelsurien.
Stefan Meduna
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