Am
27. August 1955 erschien das erste „Guinness Buch der Rekorde“.
Mittlerweile ist es selbst zum Weltrekordhalter geworden: es ist
das meistverkaufte (copyrightgeschützte) Buch der Welt. Zweifelsohne
ist es auch eines der beliebtesten Geburtstag- oder Weihnachtsgeschenke:
wenn einem nichts Besseres einfällt, mit einem „Buch
der Rekorde“ als Präsent kann man nicht allzu viel falsch
machen, denn die leichte Lektüre ist bei Jung und Alt beliebt.
Dem 50-Jahres-Jubiläum trägt der Verlag mit einem glitzergoldfarbenen
Jubiläumsausgabe Rechnung. Glückliche Besitzer der Erstausgabe
verfügen nicht unbedingt immer über ein hoffnungslos veraltetes
Werk: einige Rekorde wurden tatsächlich in den letzten 50 Jahren
niemals überboten. Um welche es sich dabei handelt? Nun, das
kann der geneigte Leser in der aktuellen Ausgabe nachlesen!
War
das „Guinness Buch der Rekorde“ bis in die 90er Jahre
eher lexikonartig aufgebaut, so ist man in den letzten Jahren dazu
übergegangen, das Buch unterhaltsamer, nämlich magazinartig
mit reicher Bebilderung auszustatten. Wermutstropfen dabei: dadurch
ist man aus Platzgründen gezwungen gewesen, die Anzahl der
angeführten Rekorde stark zu reduzieren. Viele Rekordkategorien
muss man in älteren Jahrgängen nachschlagen, was natürlich
eine ziemlich mühselige Angelegenheit ist. Das Weglassen so
vieler interessanter Rekorde ist leider ein gravierendes Manko,
das in künftigen Auflagen (mit etwas erweitertem Umfang?) behoben
werden sollte. In der deutschsprachigen Ausgabe wurde diesmal im
Gegenzug erstmals dafür verstärkt Wert auf Rekorde aus
Deutschland, Österreich und der Schweiz gelegt.
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Bitter
für einen Weltrekordhalter ist es natürlich, wenn man einen Rekord
bricht, endlich im Buch der Rekorde steht und dann ist der eigene
Name falsch geschrieben: so leider geschehen mit der hier abgebildeten
entzückenden japanischen Pop-Sängerin Nozomi Tsuji, die den Weltrekord
im Einsatz des am größten je eingesetzten Hula-Hoop-Reifen hält:
sie ließ den Mammutreifen mit einem Durchmesser von mehr als 4 Metern
30 Sekunden lang um ihre Hüften kreisen. Leider wurde ihr Name falsch
geschrieben und sie scheint auf Seite 104 als „Nozomi Tsuju“ auf.
Der Fehler ist allerdings auch schon in der englischsprachigen Originalausgabe
zu finden. Hoffentlich weint sich das arme Mädchen nicht die Augen
aus! Fazit: trotz einiger Kritikpunkte bietet das Buch der Rekorde
auch nach 50 Jahren mit jeder neuen Ausgabe etliche Stunden Schmökerspaß
für die ganze Familie. Wer selbst einen neuen Weltrekord aufstellen
oder einen alten Rekord brechen möchte, kann sich unter: http://www.guinnessworldrecords.com/index.asp?file=records/newrecordform.asp
anmelden und findet sich dann hoffentlich im 51. Jahrgang "Guinness
World Records 2006“ wieder. Wir freuen uns auf die nächsten
50 Jahre Dokumentation über Wunder der Natur, sportliche Höchstleistungen
oder menschlichen Größenwahn – unterhaltsam ist es immer.
Stefan
Meduna
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