Im Büro
von Thomas Krens dem Direktor der Solomon R. Guggenheim Foundation
hing eine Computergrafik mit der Aufschrift “Das Gugenheim ist kein
Ort“. Diesen Katalog eröffnet jedoch eine Fotostrecke mit großformatigen
Abbildungen der Guggenheim-Locations in New York, Venedig, Bilbao
und Berlin. Das Guggenheim scheint also mehrere Orte zu sein und bis
7.1.2007 kommt ein weiterer Ort hinzu: Die Kunst- und Ausstellungshalle
der Bundesrepublik Deutschland in Bonn.
Begonnen
hat alles in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts als der Industrielle
Solomon R. Guggenheim im Alter von 66 Jahren damit begann Gemälde
zu sammeln. Er ließ sich dabei von einer gewissen Hilla Rebay beraten,
die nicht nur Kunsttheoretikerin war, sondern auch selbst künstlerische
Ambitionen verfolgte. Sie brachte Guggenheim dazu Hunderte von Gemälden
ihres Liebhabers Rudolf Bauer zu erwerben und präsentierte auch
gerne ihre eigenen Bilder in Guggenheim-Ausstellungen.
Rebay
war es aber auch, die Guggenheim dazu brachte 1943 den Architekten
Frank Lloyd Wright mit dem Entwurf eines New Yorker Ausstellungsgebäudes
zu beauftragen. Als 15 Jahre später das wahrscheinlich bekannteste
Museum der Welt an der Fith Avenue am Rande des Central Parks eröffnet
wurde, erlebten Guggenheim und Wright dies nicht mehr (während Hilla
Rebay mittlerweile in der Guggenheim Foundation in Ungnade gefallen
war).
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Unabhängig
von diesen Aktivitäten war Peggy
Guggenheim, die Nichte von Solomon, auch als Kunstsammlerin sehr
aktiv. Sie eröffnete Galerien in London, New York und erwarb
einen Palazzo am Canal Grande, der schließlich zum zweiten Guggenheim
Museum werden sollte. 1997 wurden das von Frank Gehry entworfene Guggenheim
Museum in Bilbao und der deutlich bescheidenere Ausstellungsraum im
Berliner Gebäude der Deutschen Bank eröffnet. 2001 schließlich
kam noch das Guggenheim Hernitage Museum in Las Vegas hinzu, das in
Zusammenarbeit mit der Eremitage in San Petersburg entstand.
Doch nur Teile der ständig wachsenden Sammlung können an diesen Orten
präsentiert werden und daher ist es möglich 200 Meisterwerke aus dem
Guggenheim-Bestand in einer großen Ausstellung Bonn zu zeigen. Der
zugehörige Katalog enthält nicht nur großformatige Farbabbildungen
sämtlicher Exponate (vertreten sind u. a. Van Gogh, Gauguin, Picasso,
Marc, Chagall, Lichtenstein, Warhol) sondern
auch hochinteressante Texte zur Geschichte eines “Museums ohne Grenzen“.
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