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Veränderte Blickwinkel


 
Autor: Neil Gaiman, aus dem Englischen von Reinhard Tiffert
Titel: Das Graveyard Buch (1. Auflage 2009)
Originaltitel: The Graveyard Book
Umfang: 312 Seiten
Format: Hardcover in Blechbox
Preis: EUR 14,95
Verlag: Arena
ISBN: 978-3401064635
Website: www.arena-verlag.de  


Es ist schwer in einer guten Story die Balance zu halten zwischen gruslig, lustig, schräg, ernsthaft, spannend und anrührend. Stephen King schafft das (nicht immer, aber überwiegend), aber auch Neil Gaiman in diesem Buch. Um es vorweg zu nehmen, der Rezensent ist von dieser Geister-Geschichte begeistert. Nicht umsonst stand "Das Graveyard-Buch“ über 14 Wochen auf der New-York-Times-Bestsellerliste, davon mehrere Wochen auf Platz 1. Wie bei den "Harry Potter"-Bänden, ist Graveyard auf dem englischsprachigen Markt mit einem Cover für Erwachsene sowie einer Jugendausgabe erhältlich. Geplant ist auch eine Verfilmung des Stoffes.
 
    
 

Zur Story: Jack, ein eiskalter Killer tötet eine Familie. Nur dem tapsigen Baby, zu Beginn der Geschichte 3 Jahre alt, gelingt die "Flucht" auf einen nahegelegenen, uralten Friedhof. Die Geister und Untoten des Friedhofs nehmen den kleinen Nobody, kurz Bod genannt, liebevoll auf. Bod Owens, den Nachnamen bekommt er von seinen Geister-Adoptiveltern, wächst heran. Lesen und schreiben lernt er von verschiedenen Geistern unterschiedlicher Epochen. Ein römischer Legionär scheint der älteste Geist auf dem weit verzweigten Gelände zu sein. Doch Bod entdeckt zusammen mit dem Mädchen Scarlett einen noch viel älteren Bewohner, einen Kelten, der die kostbaren Insignien eines Meisters der eines Tages zurückkehren soll, bewacht.

In einem anderen Teil des Friedhofs, den alle meiden, da es sich dort um ungeweihten Boden handelt, in dem die Verbrecher und Hexen anonym verscharrt wurden, lernt Bod eine junge Frau kennen, die einst als Hexe verbrannt wurde - Elizabeth Hempstock. Um der armen Liz endlich einen Grabstein mit ihrem Namen zu verschaffen, stiehlt Bod eine wertvolle Brosche aus dem Besitz des keltischen Meisters. Diese will er verkaufen um zu Geld zu kommen.

Auf dem Friedhof ist Bod vor Killer Jack in Sicherheit. Dort können ihn die Geister schützen. In der Welt der Lebenden ist das nicht der Fall. Jack wartet nur darauf, dass der Junge seine Heimat verlässt. Aber Bod weiß sich mit den Tricks und Geheimnissen, die ihm die Geister beigebracht haben, zu schützen. Die spannende und vor allem witzige Handlung treibt mit immer wieder neuen, unerwarteten Wendungen einem furiosen Ende zu.

Der Reiz der Geschichte kommt durch den veränderten Blickwinkel. Nicht Geister und Untote sind die Freaks in der Handlung, sondern eigentlich wir Normal-Menschen mit unseren, für Bod Owens seltsamen Verhaltensweisen. Da das Geheimnis der finsteren Geheimgesellschaft, die Bod nach dem Leben trachtet, nicht richtig aufgeklärt wird, kann man vermuten, das Neil Gaimann eigentlich eine Fortsetzung für das Graveyard-Buch geplant hat. Es bleibt also möglicherweise weiterhin spannend.

Fazit: Unbedingt empfehlenswert, sowohl für Jugendliche als auch Erwachsene. Besonders schön die Aufmachung des Bandes in einer Blechbox in Form eines Grabes. "Das Auge isst man eben mit!" - hätte ein Ghul aus der Story kommentiert.

G. N.

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