Es ist
schwer in einer guten Story die Balance zu halten zwischen gruslig,
lustig, schräg, ernsthaft, spannend und anrührend. Stephen King schafft
das (nicht immer, aber überwiegend), aber auch Neil Gaiman in diesem
Buch. Um es vorweg zu nehmen, der Rezensent ist von dieser Geister-Geschichte
begeistert. Nicht umsonst stand "Das Graveyard-Buch“ über
14 Wochen auf der New-York-Times-Bestsellerliste, davon mehrere Wochen
auf Platz 1. Wie bei den "Harry Potter"-Bänden,
ist Graveyard auf dem englischsprachigen Markt mit einem
Cover für Erwachsene sowie einer Jugendausgabe erhältlich. Geplant
ist auch eine Verfilmung des Stoffes.
| |
 |
|
| |
Zur
Story: Jack, ein eiskalter Killer tötet eine Familie. Nur dem
tapsigen Baby, zu Beginn der Geschichte 3 Jahre alt, gelingt die
"Flucht" auf einen nahegelegenen, uralten Friedhof. Die
Geister und Untoten des Friedhofs nehmen den kleinen Nobody, kurz
Bod genannt, liebevoll auf. Bod Owens, den Nachnamen bekommt er
von seinen Geister-Adoptiveltern, wächst heran. Lesen und schreiben
lernt er von verschiedenen Geistern unterschiedlicher Epochen. Ein
römischer Legionär scheint der älteste Geist auf
dem weit verzweigten Gelände zu sein. Doch Bod entdeckt zusammen
mit dem Mädchen Scarlett einen noch viel älteren Bewohner,
einen Kelten, der die kostbaren Insignien eines Meisters der eines
Tages zurückkehren soll, bewacht.
In einem anderen Teil des Friedhofs, den alle meiden, da es sich dort um ungeweihten Boden handelt, in dem die Verbrecher und Hexen anonym verscharrt wurden, lernt Bod eine junge Frau kennen, die einst als Hexe verbrannt wurde - Elizabeth Hempstock. Um der armen Liz endlich einen Grabstein mit ihrem Namen zu verschaffen, stiehlt Bod eine wertvolle Brosche aus dem Besitz des keltischen Meisters. Diese will er verkaufen um zu Geld zu kommen.
Auf
dem Friedhof ist Bod vor Killer Jack in Sicherheit. Dort können
ihn die Geister schützen. In der Welt der Lebenden ist das nicht
der Fall. Jack wartet nur darauf, dass der Junge seine Heimat verlässt.
Aber Bod weiß sich mit den Tricks und Geheimnissen, die ihm die
Geister beigebracht haben, zu schützen. Die spannende und vor allem
witzige Handlung treibt mit immer wieder neuen, unerwarteten Wendungen
einem furiosen Ende zu.
Der
Reiz der Geschichte kommt durch den veränderten Blickwinkel. Nicht
Geister und Untote sind die Freaks in der Handlung, sondern eigentlich
wir Normal-Menschen mit unseren, für Bod Owens seltsamen Verhaltensweisen.
Da das Geheimnis der finsteren Geheimgesellschaft, die Bod nach
dem Leben trachtet, nicht richtig aufgeklärt wird, kann man vermuten,
das Neil Gaimann eigentlich eine Fortsetzung für das Graveyard-Buch
geplant hat. Es bleibt also möglicherweise weiterhin spannend.
Fazit:
Unbedingt empfehlenswert, sowohl für Jugendliche als auch Erwachsene.
Besonders schön die Aufmachung des Bandes in einer Blechbox in Form
eines Grabes. "Das Auge isst man eben mit!" - hätte ein
Ghul aus der Story kommentiert.
G.
N.
Dieses
Buch bei AMAZON bestellen, hier anklicken
"Das
Graveyard Buch" bei ebay kaufen, hier anklicken
|