Wenn Sie immer schon wissen wollten, warum fette Wurst Alzheimer macht oder ein langweiliger Job die Lebenserwartung drückt, sind Sie bei Strunz richtig.
Zugegeben: der Mann weiß, wie er den werten Leser, die geschätzte Leserin bei der Stange hält. Locker-flockig geschrieben, spart das Buch nicht mit Holzhammer-Statements, die neugierig machen auf das, was unter der Überschrift steht
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auch eine noch so kritisch eingestellte Rezensentin muss zugeben:
er weiß, wovon er spricht. Im Kapitel übers Gehirn steht
nichts, was in einem Uni-Skriptum unangenehm auffallen könnte
- und viele Studenten würden sich wünschen, dass die Fakten
dort auch so einfach und doch treffend erklärt wären.
An der Theorie nicht interessiert? Dann gleich weiterblättern zum zweiten Teil. Hier gibt Strunz richtig Stoff und bietet uns 81 Intelligenzhäppchen.
Alles wird hier abgehandelt, von der banalen Tasse Kaffee über Biofeedback bis zum Jonglieren. Da sollte für jeden was dabei sein. Besondere Freude hat frau mit dem Statement auf Seite 159: "... Frauen sind einfach klüger".
Na bitte, dieses Häppchen inhalieren wir kostenfrei und ohne Anstrengung. Da sind wir doch gleich motiviert, uns "In drei Schritten zur Kreativität" zu begeben. Auf diesen Seiten finden sich übrigens einige charmante Tipps.
Mein Favorit: "Werden Sie zum Avantgardisten."
Leicht
kann eins sagen, der Umfang dieses zweiten Teils gehe auf Kosten
der Übersichtlichkeit. Die Ausrede gilt aber nicht, denn im
dritten Teil des Buchs serviert der Autor ein gut strukturiertes
und detailliertes 2-Wochen-Mentalprogramm. Da wissen Sie genau,
was Sie zu tun haben. Und wann. Die Rezepte zu seinem "genialen
Speiseplan" liefert der Autor gleich mit.
Warum Motivationskünstler Strunz dieses Buch geschrieben hat? Um uns zu zeigen, dass wir lebensfroh, gesund und leistungsfähig auch ohne Pillen sein können. Nachdem Wellness und Selfness offensichtlich nicht den gewünschten Effekt gebracht haben, besinnt sich die Welt nun auf die individuellen geistigen Ressourcen. Ein "beautiful mind" ist gefragt, der aus eigener Kraft, ohne Pharmaindustrie, ein erfülltes Leben leben kann. Mal ehrlich: wie viele Pillen schlucken Sie so im Durchschnitt? Bei Strunz finden Sie sicher ein Rezept, mit dem Sie sich die eine oder andere ersparen können.
Das wär doch was, oder?
Ach
ja: die verkürzte Lebenserwartung mit einem langweiligen Job können
wir mit unserem Hausverstand begreifen. Und die Sache mit der fetten
Wurst kann Strunz uns auch nicht erklären. Aber Tatsache ist: Wurst-
und Bratenesser hatten in einer amerikanischen Studie ein weit höheres
Risiko für Alzheimer als die, die mehr ungesättigte Fettsäuren zu
sich nahmen. Aber wieso Curry gut gegen Alzheimer ist, müssen Sie
schon selber nachlesen.
Christa
Neubauer
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