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Das "Kyoto Costume Institute“ wurde 1978 infolge
der ersten wirklich großen Modeausstellung in Japan gegründet.
Der Industrielle Koichi Tsukamoto war über diese Schau mit
Leihgaben des New Yorker Metropolitan Museum of Arts so fasziniert,
dass er dieses Institut zur systematischen Sammlung, Erforschung
und Ausstellung westlicher Mode ins Leben rief. Die Sammlung von
mittlerweile mehr als 10000 seltenen Kostümen reicht vom
frühen 17. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart.
Im Gegensatz zu vielen anderen Museen rund um den Globus, die
ein prächtiges Ambiente und eher mäßige Ausstellungsstücke
bieten, hat man im KCI das gegenteilige Problem: eine grandiose
Sammlung und zu wenig Ausstellungsfläche. Dafür organisiert
man regelmäßig faszinierende Modeausstellungen in aller
Welt.
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Diese beiden Bildbände im Schuber dokumentieren die westliche
Kostümgeschichte vom 18. Jahrhundert bis heute mit von namhaften
japanischen Photographen meisterhaft in Szene gesetzten Kostümen
aus der umfangreichen Sammlung des KCI. Der Schwerpunkt liegt
hierbei bei der Damenmode. Von einschlägigen Experten verfasste
Essays zur Modegeschichte runden den durchwegs gelungenen Gesamteindruck
ab. Es fällt sehr schwer, bei diesen wirklich meisterhaft
gestalteten Prachtbänden, die den Leser und Betrachter auf
eine farbenprächtige Zeitreise durch die Geschichte und Vielfalt
der Mode führen, nicht ins Schwärmen zu geraten. Ganz
ohne Kritikpunkte geht es allerdings nicht ab, beim 2. Band (der
die Modegeschichte des 20. Jahrhunderts behandelt) mutet die Auswahl
der Kostüme mitunter etwas seltsam an: einerseits handelt
man maßgebliche und stilbildende Designer wie Coco Chanel
(selbst Modemuffel kennen „das kleine Schwarze“)relativ kurz ab,
gibt aber andererseits offenbar in einer Anwandlung von Nationalstolz
eher schrägen japanischen Designern breiten Raum.
Fazit:
Taschen setzt mit seinen Bildbänden seit 25 Jahren Maßstäbe,
und das gilt auch für die vorliegenden beiden Bände
im edlen Schmuckschuber. Zum Jubiläum gibt’s all das auch
noch als Sonderausgabe zum unschlagbaren Schnäppchenpreis.
Obwohl man über die Auswahl der Inhalte und die Schwerpunktsetzung
der Autoren zuweilen durchaus geteilter Meinung sein kann, handelt
es sich um ein grundlegendes Standardwerk zum Thema Modegeschichte,
das in keiner einschlägigen Sammlung fehlen darf. Mit all
den künstlerischen Photographien der Kostüme ist es
auf jeden Fall ein prächtiger Augenschmaus zum immer-wieder-ansehen
und ein bibliophiler Blickfang im Bücherregal. Unbedingte
Empfehlung.
Stefan Meduna
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