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The Future of the Movies


 
Titel: Empire
Umfang: 116 Seiten
Format: Magazin / vf.
Preis: EUR 3,90
Verlag: Heinrich Bauer
Website: www.empireonline.com  


Endlich kommt wieder echte Bewegung in den dahin dümpelnden Bereich der Filmzeitschriften. Während Cinema mühsam den Trends hinterher hechelt, ist die Konkurrenz oft wenig mehr als eine bebilderte Beilage zur Beilage-DVD oder nur an einem sehr engen Spezialgebiet wie dem möglichst blutigen Horrorfilm interessiert. Lediglich Freunde des speziellen Films werden mit Splatting Image recht gut bedient, dies allerdings nur viermal im Jahr.
 
    
 

Doch jetzt versucht die preisgekrönte britische Filmzeitschrift Empire laut Vorwort “nach Australien und Russland“ auch den deutschen Markt zu beglücken. Die Mischung der ersten Nummer kann mit exklusiven Berichten zum Harry Potter – Finale oder zur actionreichen Comicverfilmung R. E. D. mit Bruce Willis und Helen Mirren durchaus überzeugen. Noch schöner ist jedoch der schrullige Humor, der u. a. in allerlei kleinen Info-Boxen mit nerdigen Fachwissen zum Ausdruck kommt. So ist zu erfahren, dass es nicht etwa von Harrison Ford oder Sean Connery die meisten Lego-Figuren gibt, sondern vom Charakterdarsteller Alfred Molina. Dieser ist sowohl als Doc Ock aus “Spider-Man 2“ wie auch als Scheich Amar aus “Prince of Persia“ und Satipo aus “Jäger des verlorenen Schatzes“ käuflich zu erwerben.

Der wohl interessanteste Artikel beschäftigt sich mit “The Future of the Movies“. Empire lud hierzu die drei (zumindest technisch) innovativsten Filmemacher unserer Zeit ein: James Cameron, Steven Spielberg und Robert Zemeckis. Mit “Der Polarexpress“, “Die Legende von Beowulf“ und “Disneys Eine Weihnachtsgeschichte“ hat Zemeckis die meiste Erfahrung damit die schauspielerischen Leistungen von Stars wie Tom Hanks, Angelina Jolie oder Jim Carrey mit dem sogenannten “performance capture“ auf ihre digitalisierten Ebenbilder zu übertragen. In “Die Legende von Beowulf“ ließ er sogar den eher pummeligen Ray Winstone zum hünenhaften Krieger mutieren. Auch bei James Camerons “Avatar“ beschränkte sich die Leistung der beteiligten Schauspieler nicht – wie ansonsten meist im Trickfilm – darauf, dass sie ihre Stimme zur Verfügung stellten. Sam Worthington und Sigourney Weaver steckten monatelang in speziellen hautengen Anzügen und die schauspielerische Leistung der zum blauhäutigen Alien verwandelten Zoë Saldaña wurde kaum gewürdigt.

Steven Spielberg hingegen arbeitet gerade an einer Verfilmung von Hergés “Tim und Struppi“. Der nach “Der Herr der Ringe“ und “King Kong“ zum “performance capture“-Veteran gewordene Andy Serkis wird hier den Kapitän Haddock spielen. Seine Gestik und Mimik steuert in Echtzeit eine computeranimierte Ligne Claire Figur. Spielberg hält die Leistung von Serkis für vergleichbar mit der oscarprämierten Darbietung von F. Murray Abraham, der in “Amadeus“, der per Make-Up-Prothesen in den 90-jährigen Salieri verwandelt wurde. Nach Meinung von Zemeckis, Cameron und Spielberg müssten Stars dank “performance capture“ keine Angst mehr vor dem Altern haben. So könnte dadurch Clint Eastwood getrost noch einen weiteren “Dirty Harry“-Film drehen und selbst ein neunzigjähriger Harrison Ford könnte als Indiana Jones auf den Kinoleinwänden herumturnen. Auch Gender-Einschränkungen gäbe es nicht mehr und Meryl Streep wäre bestimmt ein prima Abraham Lincoln.

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