1990 suchte
sich Neil Gaiman, bekannt vor allem durch seine Comicserie Sandmann,
für seinen ersten Roman Terry Pratchett
als unschlagbaren und mit 36 Scheibenwelt-Büchern sowie weiteren
Romanen und Kurzgeschichten sehr geübten Co-Autoren aus. In guter
alter Pratchett-Manier jagt auch eine Absurdität die andere, während
sich relevante Mitspieler auf die Apokalypse vorbereiten.
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Durch
eine Verkettung unglücklicher (oder glücklicher?) Umstände (und
einer sehr zerstreuten satanischen Ordenschwester Namens Schwester
Maria Redeviel) wird der neue geborene Sohn des Satans im Krankenhaus
vertauscht. Doch die Räder des Uhrwerks Armageddon haben schon begonnen.
Crowley, Dämon und Abgesandter der Hölle, und Erziraphael, Engel
und Gesandter des Himmels, sehen nach 6000 Jahre gemeinsamer Arbeit
auf der Erde recht verdrießlich der Endschlacht entgegen. Bentley
fahren, schick Essen im Ritz, Queen und antiquarische Bücher sind
doch etwas spannender als ewiges Feuer oder unmusikalische Engelschöre.
Doch Befehl ist leider Befehl und Hunger (verbreitet Diät-Fertiggerichte),
Krieg (ein rothaariger Vamp, die überall Zerstörung hinterlässt),
Umweltverschmutzung (Pest wurde nach Erfindung des Penizillins in
Rente geschickt) und TOD, die Reiter der Apokalypse, sind auch schon
unterwegs, natürlich mit Style, nicht auf Rössern sondern auf Motorrädern,
"Hell’s Angels“ quasi.
Crowley und Erziraphael (gute Bekannte seit Adam und Eva’s Verbannung aus dem Paradies) hatten sich in der Vergangenheit immer arrangieren können, wie es sich für einsame Spione, weit weg vom Chef gehört. Crowley durfte z.B. Manchester bauen, dafür bekam Erziraphael Edinburgh und solange sich der Seelen Fluss im Gleichgewicht hielt beschwerte sich auch keiner. Und so soll es auch bleiben. Folge dessen übernehmen sie die gemeinschaftliche Patenschaft für den kleinen Anti-Christ und tun ihr bestes sich gegenseitig in ihrer Miterziehung zu behindern. Doch als der Höllenhund am 11. Geburtstag seines Meisters erscheinen soll, glänzt er mit Abwesenheit, denn Satans Sohn befindet sich wo ganz anders, und keiner weiß was er tun wird.
Das Rennen beginnt um das Armageddon aufzuhalten und es scheint es steckt doch etwas Dämon im Engel und einiges an engelhaften in dem Dämon. Zu Hilfe eilen noch eine Hexe und zwei Hexenjäger, während die Menschheit beschäftigt ist Fische (von Sardine bis Thun) vom Highway zu Räumen.
Bei
diesem Buch bleibt kein Auge trocken, selbst die Fußnoten
erzeugen Lacher in der U-Bahn. Pratchett und Gaiman funktionieren
zusammen mindest so gut wie Crowley und Erziraphael. Dieses Buch
wurde mir geschenkt, dieses Verhalten empfehle ich weiter, denn
ein Lacher ist eine Seele weniger für die Hölle.
Turner
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