Ich geb´s zu,
über Burkhard Driest war ich immer voreingenommen. Bevor ich das vorliegende
Buch aufschlug, dachte ich mir, was will mir das arrogante Arschloch denn
jetzt über´s Schreiben erzählen? Wobei ich mich gedanklich gleich wieder
revidierte, denn den echten Menschen Burkhard Driest kenne ich natürlich
nicht. Das Arschloch ist man hierbei meist selbst. Ich bin, wie viele, der
meist negativen Medienberichterstattung über Driest aufgesessen. Dass das
Geschreibsel der Journaille häufig Bullshit ist, muss man sich immer wieder
gegen die angelesenen Vorurteile ins Gedächtnis rufen. Dass es da noch einen
anderen Driest gibt, weiß ich nur aus Kolportagen von Kollegen. Driest der
liebevolle Familienvater, oder Driest der in Hamburg neben einem in der
Gruppentherapie sitzt. Eigentlich auch wieder Klischees. Das nur zur
Einleitung, falls Sie auch gerade dachten, von dem Driest lass ich mir doch
nicht erzählen wie man Drehbücher schreibt.
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Man
sollte sich aber von Burkhard Driest anleiten lassen wie man aus
einer Idee ein gutes Drehbuch macht. Ich habe selten so ein detailliertes,
praxisbezogenes Arbeitsbuch gelesen. Fast könnte man meinen, der
Dozent Driest hat es für seine Studenten an der Deutschen Film-
und Fernsehakademie geschrieben. Das Angenehme dabei ist, Driest
kommt ohne das weitschweifige Gefasel aus zu dem andere Autoren
neigen um in ihren Publikationen die eigenen Drehbücher als das
Gold der Erde zu preisen. Driest nimmt drei für ihre Gattung typische
Filmstoffe und erklärt an Hand dieser den grundlegenden, handwerklichen
Aufbau bis hin zu den Szenenplänen. Ergänzt wird das Ganze durch
eine Exkursion in die Widrigkeiten des Verkaufs eines Drehbuchs.
Auch hier immer kurz, knapp und präzise informativ geschrieben.
Bestimmte Kernteile von Driests Buch sollte man also mehrfach lesen,
damit sie in Fleisch und Blut übergehen. Mein Großvater hätte gesagt:
"Lern erst mal richtig Radfahren, bevor du dich an die Kunststückchen
machst, sonst schlägst du dir nur die Zähne aus."
Und was Sie als zukünftiger
Drehbuch-Autor auch noch haben sollten, ist die Kritikfähigkeit
gegenüber ihren Gehirnblasen. Denn wer nichts zu erzählen, und auch
noch null Lebenserfahrung hat, sollte vom Schreiben meiner Meinung
nach wirklich die Finger lassen. Driests Buch gibt Ihnen zwar das
Rüstzeug, gute Stories müssen Sie dann aber selbst haben.
G. N.
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