Dieser
Roman ist turbulent, bizarre, absurd, komisch und trotzdem mit unglaublichem
Feingefühl erzählt. Man kann nicht umhin Keith Stapperpfennig
zu mögen, obwohl er eigentlich einen Arschtritt verdient hätte.
Keith hält sich während der ganzen Erzählung nämlich
unter dem Schreibtisch versteckt vor seinen vier (vermeintlichen)
Geschwistern, der Ex seines Großvaters (mit der er im Streit
einen Standesamt Termin ausgemacht hat) und am meisten vor sich selbst.
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Was
chaotisch endet begann, wie so oft, gut gemeint. Die Enkel legen
zusammen, damit ihr Großvater quasi auf eine letzte große
Reise gehen kann und das mit Begleitung seiner Enkel, anstatt ihrer
immer wechselnden und immer jünger werdenden Großmütter.
Doch als der Termin näher rückt sind alle überraschend
beschäftigt und beim Streichholz ziehen, zieht Keith den kürzeren,
was jedoch wiederum gerecht erscheint, da er der offiziell auserkorene
Lieblingsenkel ist (man kann sich bei fünf ja schließlich
nicht um all gleich kümmern und bei Keith bestand noch Hoffnung
etwas retten zu können).
Großvater will nach China – Keith nicht. Großvater
fährt alleine los, schickt Keith gefakte Karten aus China,
mit Poststempel aus Käffern vom Westerwald und stirbt. Keith,
der übrigens das Geld für den Urlaub eh verspielt hat,
tut es ihm gleich und schreibt Briefe an seine Geschwister in denen
er sie Tagebuch artig über jeden Schritt seiner Reise durch
China informiert. In diesen Briefen spinnt er eine Geschichte von
seinem eigenem neu erfundenen China und der Reise mit Großvater,
wie sie wahrscheinlich gewesen wäre.
Dieses
Buch macht Spaß und rührt einen ohne moralischen Zeigefinger,
man sollte es lesen und gleich an Freunde weitergeben.
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