Das einstmals stolze Volk der Elben ist tief gesunken: so mancher der grazilen Elbenjünglinge fristet ein erbärmliches Leben und bietet in den finsteren Straßen von Nophelet seine Dienste als Stricher an. Die knabenhaften Waldelben sind ein Hit bei den Herren vom anderen Ufer, aber nicht jeder scheint so zu denken: binnen weniger Tage werden fünf Elben aus dem Dienstleistungsgewerbe auf grausamste Weise ermordet. Treibt ein perverser Irrer sein Unwesen, oder steckt mehr hinter den Morden? Indizien führen bis in höchste Kreise...
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Ganz
andere Probleme hat der Lichtadept und Meisterkriminalist Hippolit:
zwar hat er schon über hundert Jährchen (davon siebzig Jahre Diensterfahrung)
auf dem Buckel, durch einen etwas zu gut gelungenen Verjüngungszauber
steckt er jedoch im Körper eines dreizehnjährigen Knaben, was seine
Ermittlungen nicht eben erleichtert. Wer hat schon Respekt vor einem
Teenager? Gut nur, dass er seinen Assistenten Jorge hat, denn der
ist ein riesiger Troll, der den Verdächtigen nur zu gerne Respekt
einbleut. Als Meister Hippolit und Jorge der Troll den mysteriösen
Fall der Elbenmorde übernehmen, bleibt kein Auge trocken.
Wow… zweifellos das ungewöhnlichste Detektivgespann aller
Zeiten. Dieser Fantasy-Krimi ist eine glänzende Hommage an
diverse Jack the Ripper-Thriller. Die Idee eines erwachsenen Kriminalisten
im Körper eines Jugendlichen erinnert zwar stark an den Mangahit
Detektiv Conan,
mangelnde Originalität kann man dem Autorenduo aber beim besten
Willen nicht vorwerfen. Der Elbenschlächter sticht mehr als
nur positiv aus den Bergen verschiedener Fantasyromane gleichen
Inhalts in unseren Buchhandlungen hervor. So gefesselt war ich schon
lange nicht mehr von einem Werk dieses Genres, die düstere,
von Magie und Technik beherrschte Welt von Nophelet wird vor den
Augen des Lesers ungemein lebendig geschildert. Wegen der mitunter
doch recht derben Sprache ist der Roman nicht unbedingt für
jüngere Leser geeignet, was diese allerdings kaum von der Lektüre
abhalten dürfte. Dem Klappentext entnehme ich, dass Hippolit
und Jorge in Serie gehen – schon ab Oktober dürfen wir
den zweiten Band ihrer Abenteuer genießen.
Fazit: Terry Pratchett trifft Stephen King! Dem zweiköpfigen Autorenkollektiv Lossau / Schumacher ist mit diesem höchst originellen Feuerwerk der Phantasie ein Volltreffer geglückt. Ein echter Geheimtipp für alle Freunde guter Fantasyliteratur.
Stefan
Meduna
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