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Im Münchner Lenbachhaus bereitet es
immer wieder große Freude die Werke des Blauen
Reiters aufzusuchen. Auf dem Weg zu Kandinsky, Münter
und Marc fällt jedoch regelmäßig ein Ölgemälde
auf, das einen fülligen Mann vor einem Skelett zeigt. Um
den massigen Hals trägt er eine dicke Krawatte und das Bild
wirkt eher so als sei es gestern entstanden und nicht bereits
1896. Es wird sofort deutlich, dass es sich hier um ein Selbstporträt
handelt, denn dem Maler gelang mit wenigen Strichen die Wiedergabe
eines höchst lebendig wirkenden Charakterkopfes.
Das Bild zeigt (und stammt von)
Lovis Corinth und hängt bis zum 6.2.2005 in der Hamburger
Kunsthalle. Dort ist es Teil einer Ausstellung, die dreißig
von jenen 42 Selbstbildnissen zeigt, die Corinth regelmäßig
um seinen Geburtstag herum bis kurz vor seinem Tode im Jahre 1925
anfertigte.
Die Bandbreite der Stilmittel ist groß
neben Ölbildern sind auch Kupferstiche, Radierungen Aquarelle
und Kreidezeichnungen zu sehen. Die Selbstbildnisse reflektieren
auch das Leben des zunächst selbstbewusst im prallen Leben
stehenden Künstlers bis hin zum nach einem Schlaganfall eher
nachdenklich und misstrauisch wirkenden Corinth. Der Katalog zur
Ausstellung enthält neben den chronologisch geordneten Selbstporträts
noch Fotos und vertiefende Texte.
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