Der Schüren-Verlag
veröffentlich regelmäßig Abhandlungen über sehr spezielle Themen
des Films, meist eher schmalformatig aber immer hochinteressant, vollgepackt
und fundiert. Das neueste Buch ist hier keine Ausnahme und handelt
den Animationsfilm ab “für Erwachsene“, wie der Titel einschränkend
erklärt. Allerdings lässt der Autor nichts aus, fängt quasi bei der
Stunde Null (Windsor Mc Cays "Gertie the Dinosaur")
an und behandelt auch ausführlich die Entwicklung des Disney- Stiels,
wobei dieser selbst nie behauptet hat, er mache die Filme für Kinder.
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Im
Kapitel: “Weltbeginn und Weltende“ geht es dann um die experimentellen
Filme der siebziger Jahre wie Bruno Bozzettos “Allegro Non Troppo“
über die epischen Werke eines Ralph Bakshi (“Der Herr der Ringe“,
“Feuer und Eis“) bis hin zu den Geniestreichen des Studio
Ghibli mit sehr eigenen Weltanschauungen. “Simplizissimus:
Satire im Animationsfilm“ behandelt gängige TV-Serien wie "Simpsons"
oder "South Park",
aber auch abendfüllende Kinofilme wie “Shrek“
oder “Das kleine
Arschloch“ .
In "Schweinchen und Wölfe“ werden ganz normale Trickfilme auf
ihre politischen Anspielungen hin untersucht (Disneys "Die
drei kleinen Schweinchen“ und Szenen aus "Pinocchio“)
aber auch solche die offensichtlich Propaganda betreiben ("The
Führer´s Face", "Education For Death“).
Spätere Beispiele, die angeführt werden sind "Animal
Farm“, "The Wall“ „Die letzten Glühwürmchen“
oder aktuell “Persepolis“.
Der
Kombination zwischen Real- und Trickfilm widmet sich das hochinteressante
Kapitel “Übermalungen“. Der Klassiker “Roger
Rabbit" wird hier abgehandelt ebenso wie "Cool
World“, “Science
Of Sleep“ aber auch “Lissi
und der wilde Kaiser“. Ebenfalls spannend liest sich “Großes
Gestalten“. Hierin geht es sowohl um den Puppenfilm mit Handpuppen
(“Meet the Feebles“ von Peter Jackson) als auch den Puppenfilm
als Trickfilm (“Nightmare
before Christmas“ von Tim Burton oder “Wallace
and Gromit“ von Nick Park) Gestreift wird auch das Thema
Legetrick mit Karel Zemans abendfüllendem Werk “Krabat“.
Mit “Der neo-klassische Animationsfilm“ endet das schmale aber pralle
Buch dann mit einer Analyse über Kinotrickfilmopern aus der jüngsten
Zeit wie “Der Gigant aus dem All“ und “Die
Unglaublichen“ und "Wall-E“.
Fazit:
Ein informatives Buch auch für alle, die noch immer glauben, dass
Trickfilme “Kinderkram“ seien.
Matthias
Schäfer
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