Das ist
so eine Sache mit diesen Etiketten die Verlage auf ihren Büchern platzieren.
In diesem Falle lautete eine "Expertise" vom "Sunday
Express": Witziger als "Bridget
Jones" und der Heyne Verlag druckt dieses Pauschalurteil
auf die Umschlagrückseite von "Abgeküsst". Wer sich vom
Roman der englischen Autorin Stella Chaplin noch köstlicheren Betrachtungen
über den (weiblichen) Single Alltag erhofft als in Helen Fieldings
zu Büchern zusammengefassten Zeitungsartikeln, wird wohl etwas enttäuscht
sein, denn Stella Chaplin schlägt insgesamt etwas ernstere Töne an.
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Was
nicht heißt, dass es nichts zum Lachen gibt. Ihre "Heldin"
Lindy ist Anfang 30 und arbeitet für eine Klatschzeitung als Fotografin.
Seit zwei Jahren ist sie mit dem etwas unscheinbaren Finanzbuchhalter
Andrew verheiratet, der "sein Häschen" abgöttisch liebt.
Als eine Freundin Lindy fragt, ob ihr Ehemann sie auch zum Lachen
bringt, meint sie: "Die Klamotten die er trägt schon."
Die Beziehung wird auf eine schwere Probe gestellt, als Lindys alte
Freundin Natalie sich für kurze Zeit in London aufhält. Natalie
war früher Lindys beste Freundin, doch dann hat sie Lindy den Freund
ausgespannt und ist in die USA gereist, wo sie in Hollywood Karriere
gemacht hat.
Mittlerweile ist diese Beziehung in die Brüche gegangen und Natalie
bringt ihren Verlobten, den charmanten Architekten Max, mit nach
London. Dieser langweilt sich ein wenig während seine Frau mit Dreharbeiten
beschäftigt ist und beginnt mit Lindy zu flirten. Gegenüber dem
charismatischen Max wirkt Andrew ziemlich blass und Lindy zweifelt
an ihrer Ehe. "Abgeküsst" ist ganz gewiss keine tiefsinnige
Betrachtung über den Beziehungsnotstand der westlichen Zivilisation,
aber wie viele aktuelle Romane aus England gelingt auch diesem Buch
die Balance zwischen amüsanten Momenten und etwas tiefer gehenden
Betrachtungen über den Sinn des Lebens.
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